Udo Bermbach - Richard Wagner Stationen eines unruhigen Lebens - 2006


Udo Bermbach

Richard Wagner

Stationen eines unruhigen Lebens



Ellert & Richter Verlag 2006
Einband: Gebunden, 256 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3831901864
ISBN-13: 978-3831901869
Größe:  25 x 19,2 x 3,4 cm
mit zahlreichen zum Teil farbigen Abbildungen
und historischen Fotos
Faksimiles im Text und auf Tafeln


Zum Inhalt:


An Richard Wagner (1813 1883) scheiden sich noch immer die Geister: Scheinbar maßlos in seinem Anspruch, durch seine Kunst die Gesellschaft radikal zu verändern; vermeintlich unmäßig im privaten Lebenszuschnitt, der stets über seinen finanziellen Möglichkeiten lag; politisch verdächtig ob der ihm unterstellten ideologischen Widersprüche, entzieht er sich bis heute einem übereinstimmenden Urteil. Wagner war vieles zugleich: ein Dichter, der sich eine eigene Sprache für seine musikdramatischen Werke schuf; ein Komponist, der mit seinen Werken an die Grenze der musikalischen Möglichkeiten seiner Zeit ging; ein Mystiker, der den Mythos wirkungsmächtig neu entdeckte; ein Dramatiker, der die Tradition der Oper vollendete und dem Musiktheater neue Perspektiven eröffnete. In eigenen Festspielen suchte er in der Distanz zum Alltag und in der Konzentration auf sein Werk das Erlebnis der Einheit von Kunst, Gesellschaft und Natur neu und revolutionär zu vermitteln. Seine politisch-ästhetischen Absichten kulminierten in seiner Idee des Gesamtkunstwerks , dessen Anspruch bis heute eine Herausforderung bleibt. Udo Bermbach erzählt kenntnisreich von den Stationen eines unruhigen Lebens, dessen Spuren die zahlreichen historischen Fotos, Bilder und Manuskripte dieses Bandes anschaulich dokumentieren.

Auszug:
Das Besondere des Werks „Stationen eines unruhigen Lebens” liegt vielmehr in den 122 Abbildungen, die die Nacherzählung von Wagners Leben anschaulich machen. Und auch machen sollen: Eine vergleichbare Bildbiografie gab es zuletzt in den 80er-Jahren ­ weshalb Bermbachs Verleger anregte, in diesem Bereich für neuen Stoff zu sorgen. Eben dieser Verleger, Mitbegründer des Hamburger Verlags Ellert & Richter, hatte einstmals bei Bermbach Diplom gemacht. „Und wenn ein Student nach dem Professor gerät”, schmunzelte Bermbach, „freut den Professor dies immer.” Aber ­ braucht die Welt der Wagnerianer noch eine Biografie über den Meister? „Der Plan war, eine Bildbiografie für 300 Euro zu machen. Aber dann ist uns eingefallen, dass die wohl niemand kaufen könnte.
Aus Berlin, Bremen, Florenz, Dresden, Luzern und Bayreuth trug Bermbach Bilder zusammen. Zwei volle Tage verbrachte er im Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung, gelegen unweit von Haus Wahnfried. Revolutionäre Funde sind nicht zu verzeichnen ­ doch ergänzen die Bilder Bermbachs Text zu einem Konstrukt, das die Prädikate „rund” und „stimmig” verdient. Das Faszinierende an Wagner liegt in den Augen Bernbachs im Zusammenspiel seines Werks, seines Lebens und seines politischen Denkens. Nicht zuletzt liege darin der Grund für Wagners Rastlosigkeit: Wenn er nicht aus politischen oder finanziellen Gründen fliehen musste, trieb ihn seine Psyche. „Wagner sehnte sich Zeit seines Lebens nach einer bürgerlichen Existenz. Doch sobald er auch nur in dessen Nähe kam, floh er.”

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