Manfred Eger - Alle 5000 Jahre glückt es - Richard und Cosima Wagner - 2010


Manfred Eger

Alle 5000 Jahre glückt es

Richard und Cosima Wagner Zeugnisse einer außergewöhnlichen Verbindung.

Schneider, Tutzing 7/2010
Einband: Flexibler Einband
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 9783795213022
Umfang: 160 Seiten
Sonstiges: mit 44 Abbildungen
Gewicht: 345 g
Größe: 23,8 x 16,4 x 1,2 cm


Inhalt:

S. 9 Die Zensur-Connection von Wahnfried
S. 21 „Ein Freundesopfer"
S. 29 „Du verstehst, die liebt dich auch"
S. 37 „Es waren zehn Tage der Hölle"
S. 47 „—so liebt er doch nur die Wesendonck"
S. 55 „Das Wunder"
S. 63 Liszts verfehlte Blockade
S. 75 Neue Turbulenzen
S. 81 „Asyl sei Tribschen"
S. 91 Evchen und der Meister
S. 103 Bayreuth
S. 119 Die Stunde der Diplomaten
S. 125 „Feustel ist göttlich"
S. 135 Cosimas Kummer
S. 143 Wagners letzte Liebeserklärung
S. 149 Literatur zum Thema
S. 151 Register
S. 160 Nachwort

Zum Inhalt:

„Alle 5000 Jahre glückt es“: Mit diesem überschwenglichen Kompliment, das Richard Wagner im Palazzo Vendramin in Venedig wenige Stunden vor seinem Tod Cosima ins Ohr sagte, faßte er sein Resümee über diese außergewöhnliche Verbindung zusammen. Mindestens so beeindruckend aber ist ein ihr vier Tage zuvor geschenktes Notenblatt mit jener As-Dur-Elegie, jener nur 13 Takte umfassenden Komposition, mit der Wagner die Erinnerungen an eine einstige große Liebe, Mathilde Wesendonck, am Vorabend seines Todestags gleichsam ad acta und Cosima zu Füßen legte, und deren geheimnisvoll vielsagende Bedeutung samt ihren tragischen Schattierungen sich erst dem offenbart, der ihre Geschichte kennt. Mit dieser befaßt sich vorliegendes Buch – unter Zuhilfenahme aller noch verfügbaren Quellen. Denn erschwert ist dieses Vorhaben durch die bekanntermaßen bedauerliche Tatsache, daß Cosima ihren Briefwechsel mit Wagner zum großen Teil durch ihre Tochter Eva Chamberlain vernichten ließ. Die Geschichte dieses Autodafés grenzt ans Kriminalistische. Einerseits erwies sich Eva als fügsame Tochter auch durch ihre zensorischen Eingriffe durch Überklebungen und Entfernen ganzer Seiten im sogenannten Braunen Buch. Wagner hatte darin Briefe an Cosima niedergeschrieben, als ihr Vater, Franz Liszt, sie zu einer längeren Reise nötigte und dadurch absichtsvoll ihre Postverbindung blockierte. Die Seiten offenbaren einen Wagner, der sich von einem resignierten, innerlich einsamen Menschen, von einem in seinem tiefsten Liebesbedürfnis enttäuschten und sich zwangsläufig mit Ersatzliebschaften begnügenden Zeitgenossen, durch Cosimas entschlossene Hingabe zu einem leidend-leidenschaftlich liebenden Mann gewandelt hatte. Andererseits ist es aber einer gewissen Unfolgsamkeit Evas zu verdanken, daß immerhin siebzehn Briefe ihres Vaters und drei weitere von Cosimas Hand der Vernichtung entgangen sind und Eva zudem insgeheim Abschriften und Auszüge aus dem Braunen Buch anfertigte. Mit diesen Relikten vor allem – auch im Zusammenhang mit der sog. „Archiv-Affäre“ – befaßt sich vorliegendes Buch. Der Band schließt mit einer Betrachtung über das von Toscanini lebenslang als kostbares Geschenk Evas gehütete Notenblatt jener As-Dur-Elegie: Wagners letzte aufgezeichnete, geheimnisvoll vielsagende Liebeserklärung an Cosima.


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