Arthur Micke - Ein Ring der Leiden schafft - 04/2002



Arthur Micke

Ein Ring der Leiden schafft

Über Brautnahmen, Liebesleid und Ehen in Richard Wagners Werk und Leben



Broschiert: 115 Seiten
Verlag: Micke (April 2002)
ISBN-10: 393238802X
ISBN-13: 978-3932388026
   

Aus dem Inhaltsverzeichnis:

"Die verkaufte Braut" als Motiv
"Die verkaufte Braut" als Oper
Brautnahme, Brautraub und Folgen in der Walküre
Die Rache der geraubten Braut im Schlafgemach
Brünnhilde, Ausnahme-Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft
Tauschaktionen im Rheingold
Der Brautpreis - Die Mitgift
Statt Brautpreis: die Probe
Stellung und Ansehen der Braut historisch
Frau und Patriarchat im 19. Jahrhundert - Sexualität und Ehe
Geld: der Wunscherfüller der Frau in den Händen des Mannes
Scheidung im 19. Jahrhundert - oder wie man den Ring, der Leiden schafft, wieder los wird ...
Die Braut als warenmäßig verfügbares Objekt im Besitz des Mannes
Die Lust des 'untenstehenden' Mannes an der 'höheren' Frau
Sinnhaftigkeit oder Sinnlichkeit - das Thannhäuser-Syndrom
Freier Mensch und freie Triebe in einer Welt aus Wille und Vorstellung
'Bräute' im Ring:
Bräute, die man fangen muss: Die Rheintöchter
Die verpfändete (zum Scherz verkaufte) Braut: Freia
Eine unbekannte, mit Zwang verkaufte Braut: "Ein trauriges Kind"
Die von Schächern geschenkte, mit Gewalt genommene und im Zwange gehaltene Braut: Sieglinde
Die durch Liebeszauber bezwungene Braut: Erda
Die durch Gold verlockte Braut: Hagens Mutter (Grimhild)
Brünnhilde: Die vom Vater an den Erstbesten verschenkte Braut als Gedankentat
Die betrogene und getäuschte Braut
Die um einen Helden buhlende Braut: Gutrune
Überblick über die verschiedenen Brautnahmen im Ring
Der Brauthandel im Fliegenden Holländer
- Der Vollzug des Brauthandels / Die Disposition der Braut - ein treues Kind ?
Die Braut als Preis in den Meistersingern : Sangeswettkampf um eine Braut
Anforderungen an den Bräutigam - Sachs' Brautverzicht und "Lenzes Gebot"
Die Brautnahme im Tristan
Elsa von Brabant: die sich selbst anbietende Braut im Lohengrin
Statt Frauenkauf - debitorischer Luxus
Alberich: Macht und Lust statt Liebe
Ein Blick in Wagners Biographie und Jugendwerk - Das Liebesverbot
Wagners erste Erfahrungen mit (verkauften) Bräuten
Die Ehe in Leben und Werk
Der Zustand der Ehe - Reiz oder Langeweile?
Wagners Ehe mit Minna
Mathilde Wesendonck
Cosimas Ehe mit Hans von Bülow
Wagners Ehe mit Cosima
Moral und Ehe
Wotan und die Ehe
Vom "willkürlichen Irrthume der Liebe" und "nothwendigen Wechsel"
Gesetzesfreie Liebe oder Scheidung?
Kaputte Ehe, kaputte Kinder, kaputte Welt
Auf der Suche nach der optimalen Eheform - serielle Monogamie oder legale Bigamie?

Zum Inhalt:

Wagner hatte (mindestens) drei Probleme, die ihn sein Leben lang
beschäftigten:
- Frauen, die er gerne hätte haben wollen, die er aber nicht bekam.
- Eine Gesellschaft, die ihn nicht verstand.
- Geld, das ihm fehlte.
Dabei handelt es sich um drei Problempunkte, die sich erheblich auf
die Gestaltung eines konventionellen, nach bürgerlichen Maßstäben
organisierten zwischengeschlechtlichen Zusammenlebens auswirken
können und die im Falle Wagners das Eheglück erheblich behinderten.
Wagner sah sich im 19. Jahrhundert von einer Gesellschaft umgeben,
die das lieblose Zusammenleben von Mann und Frau in der Ehe
akzeptierte und sanktionierte. Er selbst wurde im Laufe seines Lebens
mit mehreren solchen Verbindungen folgenschwer konfrontiert.
Die direkte Involvierung Wagners in eheliche Extremsituationen könnte
erklären. warum er sich immer wieder mit dem lieblosen Zusammenleben
von Mann und Frau auseinander setzte und die unterschiedlichen
Beweggründe hierfür (Lust, Zwang, Machtdünkel) sowie das daraus
resultierende Leid und Unheil im Werk abbildete.

Ein Buch für alle Wagner-Liebhaber, Opernfans und opernbegeisterte
Eheleute...

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