Lohengrin ohne Gral, Der diskrete Charme des Schwanenritters - Michael von Soden 2011


Michael von Soden

Lohengrin ohne Gral,
Der diskrete Charme des Schwanenritters


Verlag: mvs-verlag, Büdingen,
Broschiert
Umfang: 94 Seiten
ISBN 978-3-9812972-3-2
Erschienen: 1., Aufl. 2011


Zum Inhalt:

Lohengrin ohne Gral:
Der diskrete Charme des Schwanenritters

Schein und Sein. Der Lohengrin wird heute als Klassiker wahrgenommen und regt niemanden mehr auf. Das Werk - immer wieder als Wagners ,,romantischstes" bezeichnet - behandelt das ,,Hereinbrechen des Übersinnlichen in die reale Welt", den Konflikt von ,,Zeitgeist und Reaktion" und das tragische Schicksal einer Liebe, die an unerfüllbaren Bedingungen scheitert. So steht es jedenfalls in Programmheften und Handbüchern.
Tatsächlich liegen die Dinge aber gänzlich anders. Mit dem Lohengrin hatte Wagner seine Dramaturgie der multiplen Codierung vollständig entwickelt und einen Subtext eingetragen, den es zu entschlüsseln gilt. Wer den intentionalen Gehalt des Werkes verstehen will, wird sich die Mühe machen müssen, dem Künstler in jene geistigen Regionen zu folgen, die seiner Wahrnehmung zum Zeitpunkt der Konzeption offenstanden.
Das Buch ,,Lohengrin ohne Gral" räumt die durch Geschichte verstellten Hindernisse beiseite, geht den Fragen nach, auf die das Werk eine Antwort ist, und macht erkennbar, was es wirklich ist - ein singuläres Dokument des Deutschen Vormärz.
Da das Werk aber nicht nur als Hervorbringung Wagners zu betrachten ist, sondern ebenso als Produkt von Regisseuren und Kommentatoren, Presse und Publikum, führt das Buch auch zu einer kritischen Befassung mit den Hauptströmungen der szenischen und literarischen Rezeption des Lohengrin und deckt die Gründe auf, die das Werk verfügbar machten für die ideologischen Bedürfnisse, denen es im Laufe seiner Deutungsgeschichte dienen musste: der Selbstmystifikation Ludwigs II. ebenso wie dem Hurrapatriotismus der wilhelminischen Ära, nicht zuletzt aber der umstandslosen Gleichsetzung des Schwanenritters mit dem Gründer des Dritten Reiches.
Der Titel des Buches signalisiert, dass es für Wagners "Lohengrin" nicht erforderlich ist, die verworrene Esoterik der Gralsthematik zu bemühen, sondern darauf ankommt, was der Künstler selbst mit seinem Schwanenritter, verband.

Zum Autor:

Michael von Soden wurde 1946 in Hamburg geboren, studierte dort und in Frankfurt a. Main Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie und lebt heute in Büdingen. Als freier Autor ist er mit etlichen Veröffentlichungen
über Richard Wagner hervorgetreten, darunter Handlexikon Richard Wagner (mit Martin Gregor-Dellin), kommentierte Ausgaben von Wagners »Feen«,
»Lohengrin«, »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Parsifal« (Suhrkamp/Insel). 2009 gründete er den mvs verlag.

Für weitere Informationen, bitte hier klicken: www.mvs-verlag.de

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