Weltbild in Siegfried Wagners Opern - Luise Gunter-Kornagel - 1998


Luise Gunter-Kornagel

Weltbild in Siegfried Wagners Opern


Verlag: Fouqué Literaturverlag (1998)
Sprache: Deutsch
Größe : 24,2 x 17,8 x 3,8 cm
Sondereinband: 633 Seiten
mit vielen farbigen Abbildungen


Zum Inhalt:

Siegfried Wagners musikdramatisches Schaffen beinhaltet 18 umfangreiche Opern,verschiedene Orchesterwerke und Liedvertonungen, die des Tondichters große musikalische Kraft offenbaren. Das hier vorliegende Werk befaßt sich neben dem Opernführer und den malerischen Interpretationen von Bühne und Kostüm mit dem Weltbild des Dichters, Bühnenbildners und Regisseurs Siegfried Wagner. Dieses hat sein Opernschaffen in hohem Maße geprägt, ließ ihn Zeitläufe und Menschen beleuchten, Verbindungen zu Historie, Geograhpie und den großen Religionen aufzeigen.Die Thematik pendelt zwischen Mythos, Mystik und Realität. Dabei wird das Einbinden von Traditionen und Brauchtum zum Gegenstand fruchtbarer Auseinandersetzung. Die Vorliebe des Dichterkomponisten gilt in besonderem Maße der Darstellung mannigfacher Menschenbilder. Die Persönlichkeitsanalyse der Liebhaber, Helden, Antihelden, jugendlich Naiven und Dramatischen sind ebenso aufschlußreich wie die unterschiedlichen Verhältnisse der diversen Mütter oder Väter zu Ihrer Nachkommenschaft. Er beleuchtet Ehe- und Elternpaare, geschwisterliche Beziehungen und setzt sich kritisch mit Vertretern von Obrigkeit, Klerus und Gerichtsbarkeit auseinander. Dann wiederum "schaut er dem Volk aufs Maul", setzt sich mit Kinderschicksalen auseinander und führt jugendliche Ausgelassenheit vor Augen. Er beschäftigt sich mit Tod und Teufel und zeichnet schließlich in seinen Opern Lebens- und Seinsräume, die den naturverbundenen Künstler und ehemaligen Architekturstudenten nicht verleugnen können. Siegfried Wagner siedelt sein Werk bewußt im Rückgriff auf Vergangenes an. Um so klarer gelingt ihm der Bezug zur Gegenwart und ihrer Problematik, deren harte Konfrontation er vermeidet. Die schalkhafte Narrenkappe verbirgt oftmals den tiefen Ernst und kehrt immer wieder das Bilde des menschlich Allzumenschlichen hervor. Unter diesem Aspekt muß Siegfried Wagners Zeitspiegel verstanden werden; denn wenn er ihn vorhält, dann tut er dies manchmal allzu verschlüsselt.

Über das Buch:
Nach über fünfzehnjähriger Forschungsarbeit und zahlreichen Vorträgen und Ausstellungen, die das intensive Studium von ca. 35.000 Seiten Partituren, Klavierauszügen, Textbüchern, Skizzen und Reinschriften erforderlich machten, hat Luise Gunter-Kornagel mit dem „Weltbild in Siegfried Wagners Opern“ eine opulente Monographie von über 600 Seiten Umfang vorgelegt, die nicht nur von der renommierten Brockhaus Enzyklopädie, dem Meyers Lexikon, dem Deutschen Schriftsteller-Lexikon und der internationalen Bibliographie „Répertoire International de Littérature Musicale“ (RILM) als Standardwerk angegeben wird, sondern aufgrund der prächtigen Ausstattung selbst an ein Kunstbuch denken lässt:
Der 1. Teil des Buches beinhaltet einen erstmals vollständigen Opernführer mit anschließender Untersuchung der einschlägigen Quellenliteratur. Der 2. Teil befasst sich in 16 Kapiteln mit einer ausführlichen Analyse der Charaktere und Motive. Über 200 farbige Abbildungen der von der Autorin, Malerin und Bühnen¬bildnerin zu allen Opern Siegfried Wagners gestalteten Bühnenbild- und Kostümentwürfe runden im 3. Teil das bibliophil gestaltete Werk ab.
Es handelt sich um die bisher einzige Werkbearbeitung dieser Art, die den Künstler und Menschen Siegfried Wagner im Kontext seiner Zeit situiert und ihn als profunden Kenner historischer, geographischer, politischer, religiöser und weltanschaulicher Gegebenheiten ausweist.

Zur Autorin:
Luise Gunter-Kornagel geboren und aufgewachsen in Bayreuth. Studium in Bayreuth, Karlsruhe, Landau (Isar). Seit 1965 Unterrichtstätigkeit an
mittel- und oberfränkischen Realschulen in den Fächern Kunsterziehung, Technisches Zeichnen mit CAD, Kurzschrift, Maschinenschreiben, Text-
verarbeitung, Kunsterziehung und Fachbetreuerin für Kunst an der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Bayreuth. Praktikumslehrerin am Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrern in Bayreuth.
Malerin, Bühnenbild- und Kostümgestalterin. Kunstpreise 1969,1970 und 1971. Bildnerische Bearbeitungen auf dem Gebiet der Oper, des Schauspiels und Balletts, des Kunstliedes sowie der deutschen und ausländischen Literatur. Bau von Bühnenbildmodellen. Regionale und überregionale Ausstellungen in Verbindung mit Vorträgen und Liederabenden.

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