Der Ring des Nibelungen - Bayreuth 1956 - Hans Knappertsbusch

Richard Wagner (1813-1883)

Der Ring des Nibelungen

Live aus dem Festspielhaus Bayreuth 1956

Orfeo  13 CD - Box ADD/m, LA

Dirigent: Hans Knappertsbusch
Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele

Inhalt:

Das Rheingold
August 13, 1956

Besetzung:

Wotan - Hans Hotter
Donner - Alfons Herwig
Froh - Josef Traxel
Loge - Ludwig Suthaus
Alberich - Gustav Neidlinger
Mime - Paul Kuen
Fasolt - Josef Greindl
Fafner - Arnold van Mill
Fricka - Georgine von Milinkovic
Freia - Gré Brouwenstijn
Erda - Jean Madeira
Woglinde - Lore Wissmann
Wellgunde - Paula Lenchner
Floßhilde - Maria von Ilosvay

Walküre 
August 14, 1956

Besetzung:

Siegmund - Wolfgang Windgassen
Sieglinde - Gré Brouwenstijn
Wotan - Hans Hotter
Brünnhilde - Astrid Varnay
Hunding - Josef Greindl
Fricka - Georgine von Milinkovic
Gerhilde - Paula Lenchner
Ortlinde - Gerda Lammers
Waltraute - Elisabeth Schärtel
Schwertleite - Maria von Ilosvay
Helmwige - Hilde Scheppan
Siegrune - Luise Charlotte Kamps
Grimgerde - Georgine von Milinkovic
Roßweiße - Jean Madeira

Siegfried 
August 15, 1956

Besetzung:

Siegfried - Wolfgang Windgassen
Mime - Paul Kuen
Brünnhilde - Astrid Varnay
Wanderer - Hans Hotter
Alberich - Gustav Neidlinger
Fafner - Arnold van Mill
Erda - Jean Madeira
Waldvogel - Ilse Hollweg

Götterdämmerung
August 17, 1956

Besetzung:

Brünnhilde - Astrid Varnay
Siegfried - Wolfgang Windgassen
Hagen - Josef Greindl
Alberich - Gustav Neidlinger
Gunther - Hermann Uhde
Gutrune - Gré Brouwenstijn
Waltraute - Jean Madeira
Woglinde - Lore Wissmann
Wellgunde - Paula Lenchner
Floßhilde - Maria von Ilosvay
1. Norne - Jean Madeira
2. Norne - Maria von Ilosvay
3. Norne - Astrid Varnay


Klassik-Kritiken:
Richard Wagner/Der Ring des Nibelungen mit:
Astrid Varnay, Wolfgang Windgassen, Hans Hotter, Gustav Neidlinger, Paul Kuen, Josef Greindl u. a.; Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Ltg.: Hans Knappertsbusch (13 CDs, aufgenommen 8/1956)

Die Wagner-Gemeinde jubelte, als der Knappertsbusch-Ring von 1956, hier nun ganz legal im Rahmen der offiziellen Bayreuth-Edition mit gutem Einführungstext neu herausgegeben, Ende der 90er Jahre erstmals auf CD erschien: Kein Wunder, vereint er doch einige der großartigsten künstlerischen Leistungen des Nachkriegs-Bayreuth und gerät auf dieser Basis zu einer durchaus repräsentativen Wiedergabe des monumentalen Opernzyklus. Allen voran ist der 40-jährige Wolfgang Windgassen zu nennen, der bei seiner souveränen Bewältigung der beiden Siegfriede die darstellerisch-interpretatorischen Anforderungen in eine stimmlich über weite Strecken berückend schöne Wiedergabe einzubinden versteht; er übernahm für den erkrankten Ramón Vinay auch noch kurzfristig die Partie des Siegmund. Zu nennen sind weiterhin u. a. die einzigartige Astrid Varnay als furiose Brünnhilde, Gustav Neidlinger als überaus prägnanter Alberich, Paul Kuen als agiler Mime, Josef Greindl als Fasolt, Hagen und Hunding - Urgestein des Wagnergesangs eben, vielfach bis heute unübertroffen und zu Höchstleistungen gebracht vom immer probenfaulen, in den Aufführungen aber höchst kreativen Hans Knappertsbusch, der mit einer so brillanten Besetzung aufs Vortrefflichste zu zaubern verstand. Nicht einstimmen kann der Rezensent allerdings in das häufig schier grenzenlose Lob für Hans Hotter als Wotan/Wanderer: Mag seine Erscheinung noch so imposant, seine Stimme noch so übermenschlich machtvoll gewesen sein - auf den CDs hört man eben jene mulmig-schwerfällige, wenig textfreundliche und überhaupt nicht erotische Stimmgebung, die auch die meisten seiner anderen Einspielungen versauert. Hotter muss man wahrscheinlich live gesehen haben, um ihn wirklich schätzen zu können; im CD-Vergleich jedoch hat er selbst gegen John Tomlinson (so sehr dieser auch gelegentlich mit Höhenproblemen zu kämpfen hat) in der ansonsten freilich überhaupt nicht konkurrenzfähigen Barenboim-Einspielung (Warner) wenig Chancen: Die kernige, metallische Präsenz des Engländers fehlt Hans Hotter vollständig - mögen auch die Wagnerianer Zeter und Mordio schreien.
Michael Wersin, 14.1.2006

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