DVD Wahnfried - Die Geschichte einer verbotenen Liebe - 1986

Wahnfried - Die Geschichte einer verbotenen Liebe

Regie Peter Patzak



1 DVD, BRD 1986, FSKoAB
Drama Spieldauer: 173 Minuten

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1


Darsteller:

Richard Wagner - Otto Sander
Cosima von Bülow - Tatja Seibt
Fabienne Babe
Peter Matic
Christoph Waltz

Zum Inhalt des Films:
Anfang 1867 – Die Haustür zum Haus Tribschen am Vierwaldstättersee (Luzern, Schweiz) wird aufgestoßen, eine Frau stürzt herein und durchsucht die Räume mit den abgedeckten Möbeln. Der eleganten Kleidung nach scheint es sich um eine Dame aus höheren Kreisen zu handeln. In einer kleinen Kammer endlich entdeckt sie das Gesuchte: Sie öffnet die Tür und sagt zu ihrem geliebten Richard, dass sie ab nun für immer bei ihm bleiben würde...

Die adlige Dame ist niemand anders als Cosima von Bülow, eine Tochter Friedrich Liszts, die ihren Mann verließ und sich für ein Leben mit Wagner entschied. Als 15jährige lernte sie ihn 1853 kennen, und trotz ihrer späteren Hochzeit mit Hans von Bülow lernte sie ihn immer mehr lieben, je öfter sie zusammentrafen. Und das geschah oft, denn Hans von Bülow war als Dirigent und Komponist einer der besten Schüler ihres Vaters und ein glühender Verehrer Wagners. Im Juli 1870 wurde sie von Hans geschieden, einen Monat später heiratete sie den 24 Jahre älteren Komponisten Richard Wagner. Neben ihren beiden Kindern aus erster Ehe bekamen die beiden noch 3 weitere. 1874 zog die ganze Familie in das neu gebaute und nach Wagners Plänen erstellte Haus Wahnfried am Rande des Hofgartens in Bayreuth. Richard und Cosima wohnten dort für den Rest ihres Lebens und wurden auch dort bestattet.

Der Film scheint sich an den Tagebüchern von Cosima zu orientieren, die sie vom 01. Januar 1869 bis zu Richards Tod führte. Die in höheren Kreisen aufgewachsene und erzogene Liszt-Tochter wusste genau, was sie wollte, konnte jedoch den von ihr gewollten Weg erst nach und nach einschlagen, da die Konventionen anderes bestimmten. Auch als Wagners Gattin bestimmte sie vieles, was dieser vernachlässigte. Sie übernahm nicht nur die Organisation des Haushalts, sondern auch der Werke Wagners. Mit ihrem Mann zusammen organisierte sie u. a. die Bayreuther Festspiele 1876, zu seinem letzten Werk "Parsifal" gab sie wichtige Impulse. Nach seinem Tode übernahm sie bis 1906 die Leitung der Festspiele, verbot allerdings auch nur die geringste Änderung an Wagners Werken. Im Glauben, nach dem Willen ihres verstorbenen Mannes zu handeln, blockierte sie jede Entwicklung mit dogmatischer Strenge. In vieler Hinsicht war sie der Prototyp der modernen Geschäftsfrau, die Regeln nur einhält, wenn sie sie für notwendig erachtet. Ansonsten hebt sie sich darüber hinweg, um ihr Ziel zu erreichen. Ein krasser Gegensatz zu Richard, der selbst freiheitsliebend denkt und lebt, in dessen Werken aber sehr konventionelle Regeln bestimmend sind. Mit dem Ende Wagners endet auch der zweite Teil des Films "Wahnfried".

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